Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Titel: Bedarfsgerechte ökologische Fütterung von Geflügel-Schwerpunkt: Neue Quelle für Riboflavin
Beschreibung (dt.): In der Fütterung von Tieren in der ökologischen Erzeugung werden Riboflavinderivate (Vita-min-B2-Präparate) aus fermentativen Prozessen eingesetzt. Schon seit Jahren besteht eine gewisse Verunsicherung in der Bio-Branche in Bezug auf den 'nicht Gentechnik'-Status von Vitamin B2 gemäß den Vorgaben des Artikel 9 der EG V0 834/2007. Vitamin B2 wird für die Herstellung von Futtermitteln für die tierische ökologische Produktion und in etwas geringerem Umfang für die Herstellung ökologischer Babynahrung verwendet. In der Fütterung von Monogastriern in der ökologischen Produktion ist die Notwendigkeit zur Verwendung von Vitamin B2 durch das andauernde Verbot von tierischen Futtermittelkomponenten verschärft. Schon seit Jahren garantiert nur noch die Firma HUBEI GUANGIJ Pharmaceutical Co., LTD aus Wuxue China für ihr Vitamin B2 Produkt die Nichtverwendung eines GVO-Organismus 'nicht hergestellt durch GVO'. Von dieser Firma hängt heute die gesamte ökologische Branche in Europa ab. An der Belastbarkeit der Garantien, die HUBEI gibt, wurde von verschiedener Seite immer wieder gezweifelt, z.B. kam ein Gutachten des Österreichischen Lebensministeriums zu dem Schluss, dass die Garantien nicht haltbar sind. Verschärft wird die Problematik durch den Umstand, dass der chinesische Hersteller bereits mehrfach angekündigt hat, die Nicht-GVO-Produktion von Riboflavin auslaufen zu lassen. Die Rechtsgrundlagen für den ökologischen Landbau ermöglichen zwar bei mangelnden Alternativen den Einsatz von GVO-Derivaten im Bereich der Zusatzstoffe [1, 2], die deutschen Ökoverbände sehen hierin jedoch ein grundsätzliches und kommunikatives Problem, da gentechnische Verfahren nicht den Grundsätzen des ökologischen Landbaus entsprechen. Der Einsatz eines riboflavinhaltigen Futtermittelzusatzstoffs ist vor allem bei Nichtwiederkäuern von Bedeutung. Bei den meisten Handelsfuttermitteln wird Riboflavin supplementiert.
Ergebnis (dt.): Gegenstand war die Entwicklung eines Verfahrens zur Produktion eines Riboflavin-reichen Einzelfuttermittels aus ökologischer Erzeugung, das den ökologischen Landbau von der Supplementierung mit konventionellen Produkten unabhängig macht. Das Produkt wurde durch Fermentation von Bio-Rohstoffen mit dem Hefe-Pilz Ashbya gossypii hergestellt. Während der Fermentation bildet A. gossypii neben einer proteinreichen Biomasse auch Vitamin B2. Das Material aus der Fermentation konnte zu einer bio-zertifizierten, verkaufsfähigen Ware, die in flüssiger und pulverförmiger Form angeboten wird, entwickelt werden. Das Produkt EcoVit R wurde in flüssiger Form als Fermentations-Suspension an Masthühnern und Masthühner-Elterntieren getestet. Es zeigte sich, dass das Produkt bei gleicher Dosierungshöhe als Alternative zu konventionell erzeugtem Riboflavin eingesetzt werden kann. Bei den Masthühner-Elterntieren zeigten sich beim Vergleich der Fermentations-Suspension mit konventionell erzeugtem Riboflavin keine Unterschiede hinsichtlich Leistungs- und Brutparameter. In weiteren Versuchen wurde das Trockenprodukt aus der A. gossypii-Fermentation bei Masthühnern, Mastputen und Legehennen untersucht. Sowohl bei den Masthühnern als auch bei den Mastputen reichte die Fütterung ohne Riboflavin-Supplementierung und mit ausschließlich natürlichen Riboflavin-Gehalten der Futterkomponenten nicht aus, um den physiologischen Bedarf der Tiere zu decken. Stark erhöhte Riboflavin-Supplementierungen hingegen führten nicht zu verbesserten Leistungen oder Vorteilen hinsichtlich Tierwohlindikatoren. Bei Legehennen konnten keine leistungssteigernden Effekte durch eine zusätzliche Vitamin B2-Zulage in Form des Fermentations-Trockenproduktes nachgewiesen werden. Zusammenfassend wurde die Notwendigkeit der Riboflavin-Supplementierung vor allem in den ersten Lebenswochen des Mastgeflügels gezeigt. Die entwickelten Fermentations-Produkte zeigten ihre Wirksamkeit, den Riboflavin-Bedarf beim Geflügel abzudecken.
Ergebnis (engl.): The aim of this project was to develop a process to produce a feed material with a high native content of riboflavin (vitamin B2), so that organic farming will get independent of the supplementation of this vitamin from conventional production. The product was produced through fermentation of organic raw materials by the yeast-like fungi Ashbya gossypii. In addition to its protein-rich biomass, A. gossypii produces natural vitamin B2 during the fermentation. This material was developed into a marketable organically- certified product that is offered in liquid and powder form. The product EcoVit R was tested in liquid form in feeding trials with broiler and broiler parents. Results showed to be an alternative to conventional products when used at similar dosage. In broiler parents the newly developed product did not show any difference in terms of performance and breeding parameters when compared to the conventional vitamin supplementation. The dried product was tested in broiler, turkeys and laying hens. In broiler and turkeys alike, diets without any riboflavin supplementations did not meet the demand of the animals. Excessive riboflavin supplementations, though, did not increase performance or health of the animals. In laying hens, the supplementation of the dried product did not show any effect on performance. In summary, the feeding trials showed the necessity to supplement organic diets with riboflavin especially in the first weeks of age. The developed fermentation products showed its effectiveness to meet the riboflavin demand of poultry.
Laufzeit: Beginn: 01.01.2017 / Ende: 31.03.2020
Ausf. Einrichtung: Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland, Künzell
Themenfelder: Tierernährung, animal nutrition
Förderprogramme: Bundesprogramm ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Schlagworte: Tiergesundheit, animal health, Ökologischer Landbau, organic farming, Futtermittel, animal feed, Prävention, Prevention, Geflügel, poultry
Förderkennzeichen: 2811OE099
Dokument zum Download: Abschlussbericht.pdf (2,8 MB) Merkblatt.pdf (147,8 KB)
Kontakt: Benutzen Sie unser Kontaktformular
oder E-Mail an
boeln@ble.de

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