Projekte in den Förderprogrammen des BMLEH, betreut durch den Projektträger BLE (PT BLE)
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| Titel: | Feldstudie zur Impfung gegen Ebergeruch. Wissenschaftliche Begleitung des 100.000 Eber Projektes zur Evaluierung der Immunokastration als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration (FINGER) - Teilprojekt 2 |
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| Titel (englisch): | Field study on vaccination against boar taint. Scientific monitoring of the 100,000 boar project to evaluate immunocastration as an alternative to non-anaesthetic piglet castration |
| Akronym: | FINGER |
| Beschreibung (dt.): | In Deutschland bestehen nur begrenzte praktische Erfahrungen mit der Impfung mit Improvac® auf allen Stufen der Wertschöpfungskette. Ein Netzwerk von Landwirtschaftsorganisationen hat eine Initiative gestartet, 100.000 Improvac-geimpfte Eber zu erzeugen, um Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetriebe für diese Alternative zu gewinnen. Das Ziel des Verbundvorhabens besteht darin, diese Initiative wissenschaftlich zu begleiten. Der Fokus der Untersuchungen ist dabei auf zwei wesentliche Aspekte gerichtet: (1) Bewertung des Fleisches von geimpften Tieren als Grundlage für eine qualitätsgerechte Bezahlung. Improvac-geimpfte Eber werden bisher überwiegend nach der 'Ebermaske' oder nach der 'Börgemaske' unter Abzug von Pauschalen abgerechnet. Damit ist die Mast der Improvac-geimpften Eber nicht wirtschaftlich. Es liegen aber keine wissenschaftlichen Studien vor, die ein solches Abrechnungssystem rechtfertigen. Daher werden im Rahmen eines Zerlegeversuches die Zusammensetzung von Schlachtkörpern bestimmt und die Autofom-Schätzergebnisse auf vermutete Verzerrungen überprüft. (2) Variation wichtiger Parameter der Wertschöpfungskette bei einem routinemäßigen Einsatz von Improvac. An einem umfangreichen Datenmaterial soll überprüft werden, mit welcher Variation in den Schlacht- und Befunddaten sowie in der Fleisch- und Fettbeschaffenheit zu rechnen ist und welches die wichtigsten Ursachen für die auftretende Variation sind. Weiterhin werden an umfangeichen Stichproben neben Geruchsabweichungen die Fleisch- und Fettqualität sowie die Produkt- und Verarbeitungseigenschaften betrachtet. Zusätzlich wird mit einem Simulationsmodell eine Ökobilanzierung vorgenommen, um auch die Umweltwirkungen für die Improvac-Tiere quantifizieren zu können. |
| Beschreibung (engl.): | In Germany, there is limited practical experience with vaccination with Improvac® at all stages of the supply chain. A network of agricultural organisations has launched an initiative to produce 100,000 Improvac-vaccinated boars to attract slaughterhouses and meat processing plants to this alternative. The aim of the joint project is to provide scientific support for this initiative. The focus of the investigations is on two essential aspects: (1) Evaluation of the meat of vaccinated animals as a basis for quality-based payment. Improvac-vaccinated boars have so far been mainly paid according to the 'boar mask' or the 'castrate mask'. Thus, the fattening of Improvac-vaccinated boars is not economical. However, there are no scientific studies which justify such a system. For this reason, the carcass composition is determined in a dissection trial, and the Autofom estimation results are checked for suspected biases. (2) Variation of important parameters of the supply chain during routine use of Improvac. The variation in slaughter and diagnostic data as well as in meat and fat composition is to be examined on the basis of extensive data material and the most important causes for the variation occurring are to be identified. Furthermore, in addition to odour deviations, the meat and fat quality as well as the product and processing properties will be examined on extensive random samples. In addition, a life cycle assessment is carried out using a simulation model in order to be able to quantify the environmental impact for the Improvac animals. |
| Ergebnis (dt.): | Das Ziel des Projektes „Feldstudie zur Impfung gegen Ebergeruch. Wissenschaftliche Begleitung des 100.000 Eber Projektes zur Evaluierung der Immunokastration als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration (FINGER)“ war zum einen die Untersuchung des Fleisches von geimpften Tieren, um damit eine Grundlage für eine qualitätsgerechte Bezahlung zu schaffen und zum anderen sollte die Varianz wichtiger Parameter (Schlacht- und Befunddaten sowie Fleisch- und Fettbeschaffenheit, Geruchsabweichung, Produkt- und Verarbeitungseigenschaften) untersucht werden. Für die Untersuchung der Richtigkeit der Klassifizierung immunokastrierter Tiere, wurden 125 Tiere gleichmäßig auf die vier Kategorien Jungsauen, chirurgische Kastrate, immunologische Kastrate und Masteber verteilt und anschließend untersucht. Dabei zeigte sich, dass die immunokastrierten bei der Schätzung des Muskelfleischanteils den Standardkategorien in nichts nachstehen. Des Weiteren wurden über 800 Schlachtkörper von insgesamt 40 landwirtschaftlichen Betrieben analysiert, mit dem Ergebnis, dass die immunokastrierten Tiere bei allen analysierten Merkmalen zwischen den Sauen und Börgen liegen und somit nicht zu einer Erhöhung der Streuung beitragen. Zusätzlich zu den Merkmalen der Klassifizierung wurden die Schlachtbefunde untersucht. Auch bei diesen Merkmalen traten keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Daher ist bei einer sachgerechten Impfung die von Teilen des LEH geforderte Kennzeichnung und Sortierung der Improvac-Tiere nicht gerechtfertigt. Darüber hinaus wurde eine umfangreiche Ökobilanzierung unter Einbeziehung des Life Cycle Assessment durchgeführt. Die Resultate verdeutlichen, dass sich das Treibhausgaspotential (Co2 äq.) beim Einsatz von Improvac im Vergleich zu den Börgen je nach Szenario zwischen 7 und 10% reduzieren lässt. (*Ein Netzwerk von Landwirten und Landwirtschaftsorganisationen in Deutschland hatte eine Initiative gestartet, um 100.000 Improvac-geimpfte Eber zu erzeugen, um Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetriebe für diese Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration zu gewinnen.) |
| Laufzeit: | Beginn: 04.09.2020 / Ende: 31.01.2023 |
| Ausf. Einrichtung: | Georg-August-Universität Göttingen - Fakultät für Agrarwissenschaften - Department für Nutztierwissenschaften - Abt. Produktkunde - Qualität tierischer Erzeugnisse, Göttingen |
| Themenfelder: | Tierschutz, Tierwohl, animal welfare |
| Förderprogramme: | Bundesprogramm Nutztierhaltung |
| Schlagworte: | Fleisch, meat, Tiergesundheit, animal health, Tierhaltung, animal husbandry, Haltungsverfahren/Haltungstechnik, husbandry techniques, Schlachtung, slaughter, Produktqualität, product quality, Schweine, pigs, Arzneimittel, Heilmittel, pharmaceutical products, medical accessory |
| Förderkennzeichen: | 28N202302 |
| Dokument zum Download: | 28N202302_Abschlussbericht_FINGER_28N202302.pdf (2,4 MB) |
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