Projekte in den Förderprogrammen des BMLEH, betreut durch den Projektträger BLE (PT BLE)
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| Titel: | Verlängerung der Laktationsperiode und selektives Trockenstellen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes bei Milchkühen (VerLak) |
|---|---|
| Titel (englisch): | Extension of the lactation period and selective dry cow therapy (SDCT) to minimize antibiotic use in dairy cows |
| Akronym: | VerLak |
| Beschreibung (dt.): | Unmittelbares Ziel des Vorhabens ist es, praxisgeeignete Konzepte und Methoden zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Milchviehhaltung einzuführen. Als ein Mittel dazu wird die Verlängerung der Laktationsdauer bzw. der Zwischenkalbezeit genutzt, verknüpft mit einem betriebsspezifischen selektiven Trockenstellmanagement. Die Verlängerung der Laktationsdauer führt zu weniger Geburten pro Kuh und Betrieb und soll zur Verringerung der kritischen Phasen mit besonderem Erkrankungsrisiko sowie einer geringeren Milchleistung zum Trockenstellen führen. Damit verringern sich automatisch die Anzahl der Trockenstehperioden in der Gesamtnutzungsdauer je Kuh und damit auch die Mastitisprophylaxe zum Trockenstellen. Kombiniert mit einem selektiven Trockenstellen bei optimalem Fütterungsmanagement der Tiere ist von einer Minimierung des Antibiotikaeinsatzes sowohl gesamtbetrieblich pro Herde und Kuh, als auch überbetrieblich in der gesamten Milchviehhaltung auszugehen. In 10 für die Umsetzung geeigneten Milchviehbetrieben sind die Maßnahmen umzusetzen. Mit unterschiedlichen Methoden des Wissenstransfers sollen die notwendigen Kenntnisse und Inhalte zur Verlängerung der Laktationsdauer und die damit verbundenen Managementmaßnahmen zum betriebsindividuellen selektiven Trockenstellprozess vermittelt werden. Ein zielgruppenadaptierter Wissenstransfer ist durch die Erstellung von gedruckten Leitfäden zur Aushändigung an die Betriebe als auch durch die Nutzung von entsprechend geeigneter Software und Apps umzusetzen. Zentrale Informationsveranstaltungen sollen ebenso, wie Vor-Ort-Beratungen, durchgeführt und mit zielgruppenorientierten E-Learning-Einheiten kombiniert werden. Außerdem ist der digitale Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Als Best-Practice- und Demonstrationsbetriebe sollen die regionalspezifischen Milcherzeugerbetriebe fungieren und durch Kontakte und Multiplikatoren für eine nachhaltige weite Verbreitung zu sorgen. |
| Beschreibung (engl.): | The aim of the project on the extension of the lactation period and selective dry cow therapy (SDCT) as a management-tool in dairy cows is to obtain a practical method to minimize antibiotic use in dairy production. The realization of concepts that are suitable for the management of dairy farms in the field will give rise to experience that will allow the minimization of antibacterial drug use. In addition, the implementation of methods under practical conditions in primary production will be evaluated. The extension of lactation and calving interval, respectively, leads to fewer calvings per cow and farm and raises the possibility of benefitting from the minimization of critical time spans with an exceptional high risk for diseases, which are 1.the calving and 2.the first month of lactation. Moreover, the farms and animal welfare will benefit from lesser milk production at the time of drying off. The number of dry periods in the productive lifetime of a dairy cow will be reduced and thereby also the procedures (prophylaxis of mastitis) for drying off cows. In combination with SDCT and an optimal feeding management, it is assumed that the use of antibacterial drugs can be minimized radically. The transfer of knowledge will be adapted to the target group and implemented by the preparation of printed guidelines as well as by the use of appropriate software and apps. Informational meetings will be held on farm, combined with eLearning units. |
| Ergebnis (dt.): | Die Ergebnisse des MuD Tierschutz Projektes „VerLak“ zeigen, dass eine tierindividuelle Gestaltung der freiwilligen Wartezeit, basierend auf Energiehaushalt und Laktationsverlauf, ein innovativer Ansatz für eine nachhaltigere und tiergerechtere Milchproduktion ist. Der gezielte Einsatz eines Rechners zum tierindividuellen Besamungsstart (TBS-Rechner) ermöglicht eine sinnvolle Verlängerung der Laktationsdauer leistungsstarker Tiere und nutzt deren hohe Persistenz. In der Untersuchungspopulation führte dies zu höheren 305-Tage-Milchleistungen bei unveränderter täglicher Milchmenge, verbesserten Besamungserfolgen und geringerem Besamungsaufwand. Weder stärkere Verfettung am Laktationsende noch erhöhte Abgänge oder vermehrtes Versiegen der Milch wurden beobachtet. Zudem zeigten sich tendenziell eine geringere Häufigkeit klinischer Mastitiden sowie ein reduzierter Verbrauch antimikrobieller Arzneimittel, wobei die Betriebe stark variierten. Der Wissenstransfer über Hoftage, Messen, Konferenzen und Fachpublikationen stieß auf großes Interesse bei Landwirten, Tierärzten, Beratern, Molkereien, Zuchtverbänden und Softwareunternehmen. 90 % der teilnehmenden Betriebe sahen die Laktationsverlängerung als Bereicherung, trotz notwendiger Anpassungen im Herdenmanagement. Insgesamt belegen die Ergebnisse, dass individuell verlängerte Zwischenkalbezeiten Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit verbessern können. Voraussetzung sind betriebsangepasste Managementstrategien und die Integration moderner Technologien wie z.B. des TBS-Rechners. Durch enge Zusammenarbeit von Forschung und Praxis, intensive Beratung und Öffentlichkeitsarbeit konnte der Wissenstransfer mit breiter Multiplikatorwirkung gelingen. Die nationale und internationale Präsentation des Projekts – auch über soziale Medien und Podcasts – machte „VerLak“ weithin bekannt und unterstreicht die Relevanz dieser zukunftsweisenden Thematik. |
| Ergebnis (engl.): | The results of the M&D-Animal Welfare-project “VerLak” show that a cow-specific voluntary waiting period - taking into account metabolic stress and days in lactation - is an innovative approach for sustainable and animal welfare-based milk production. The targeted use of a tool for determining the individual start of insemination (TBS-calculator) enables a sensible extension of lactation period for high-yielding cows while using their persistency. This led to higher milk yields (305-days) in the study population with unchanged daily milk production, improved pregnancy rates and reduced insemination effort. There was no increase in body condition score at the end of lactation, nor early drying off or more cullings. There was also a tendency toward a lower number of clinical mastitis cases combined with a reduced use of antimicrobial drugs. However, there was a very high variation among farms studied. Project’s open farm events, trade shows, conferences, and through publications in journals generated a great deal of interest among farmers, veterinarians, consultants, dairy industry, breeding associations, and software companies. Among the participating farms 90% rated lactation extension as an innovation in farm management, even though it requires adjustments to herd management. The project demonstrates that individually extended calving intervals can improve animal welfare, sustainability, and economic success. Implementation requires farm-specific adjustments, and the integration of new technologies - such as the TBS calculator. Through close collaboration between research and practice, intensive consulting, and public outreach, the transfer of knowledge has been successful, generating a broad multiplier effect. The national and international presentation of the project - including social media and podcasts - has made “VerLak” widely known and underscores the relevance of this forward-looking topic. |
| Laufzeit: | Beginn: 01.01.2021 / Ende: 31.08.2025 |
| Ausf. Einrichtung: | Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V., Bernau bei Berlin |
| Themenfelder: | Tierschutz, Tierwohl, animal welfare |
| Förderprogramme: | Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz |
| Schlagworte: | Wissenstransfer / Vernetzung, knowledge transfer, networking, Tierschutz, Tierwohl, animal welfare, Prävention, Prevention, Rinder, cattle |
| Förderkennzeichen: | 2819MDT223 |
| Dokument zum Download: | Abschlussbericht_Verlak.pdf (2 MB) |
Kontakt: |
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