Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Projekte in den Förderprogrammen des BMEL, betreut durch den Projektträger BLE (ptble)

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Titel: Erfassung und Dokumentation der genetischen Vielfalt der Schleie (Tinca tinca) in Deutschland
Beschreibung (dt.): Ziel dieser Erhebung ist die genetische Charakterisierung von Populationen der Schleie (Tinca tinca) aus verschiedenen Einzugsgebieten in Deutschland. Es sind je 30-50 Individuen aus 30 verschiedenen Gewässern zu beproben, die jeweils in mindestens fünf Haupteinzugsgebieten (Flussgebietseinheiten nach Wasserrahmenrichtlinie WRRL) in Deutschland lokalisiert sind. Auf Grundlage der gewonnenen Informationen sollen geeignete Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und nachhaltigen Nutzung der genetischen Ressourcen fachlich abgeleitet und die erhobenen Daten in der AGRDEU-Datenbank des Auftraggebers dokumentiert werden.
Ergebnis (dt.): Um zukünftig geeignete Schutz- und Bewirtschaftungsmaßnahmen konzipieren zu können, wurde in dem vorliegenden Projekt die genetische Variabilität von Wildpopulationen der Schleie (Tinca tinca) in Deutschland erfasst. Insgesamt konnten in den Jahren 2016-2019 39 Herkünfte aus den acht Flussgebietseinheiten Donau, Elbe, Ems, Oder, Rhein, Schlei-Trave, Warnow-Peene und Weser analysiert werden. Zudem konnte ein nichtinvasives Verfahren mittels forensischer Abstriche zur DNA-Gewinnung für die Schleie etabliert werden. Die genetische Analyse der Populationen erfolgte über Sequenz-Analyse der mitochondrialen Kontrollregion und Mikrosatellitenmarker. Für 978 Individuen aus 39 Populationen konnten genetische Daten erfasst und in die AGRDEU-Fachdatenbank für Aquatische Genetische Ressourcen eingepflegt werden. Die Analyse der mitochondrialen DNA und der Mikrosatelliten ergab, dass der Großteil der beobachteten Varianz durch die genetische Variation innerhalb der Populationen erklärt wird. Die Resultate der Mikrosatelliten-Analysen zeigten eine moderate Diversität der Populationen bei gleichzeitig niedriger genetischer Differenzierung. Mit Hilfe der genutzten genetischen Marker können die Populationen zwischen den untersuchten Flussgebieten nicht deutlich voneinander abgegrenzt werden, da beide Phylogruppen auf dem Gebiet von Deutschland hochgradig vermischt sind. Daher ist für die Schleie innerhalb dieser Vermischungszone prinzipiell eine großräumige Bewirtschaftung auf Ebene der Flussgebietseinheiten oder auch darüber hinaus möglich. Zur Erhaltung lokal adaptierter Populationen sollten Besatzprogramme grundsätzlich mit möglichst vielen Individuen aus dem zu stützenden Bestand selbst aufgelegt werden. In begründeten Ausnahmefällen kann auch auf Besatzpopulationen aus gewässermorphologisch und klimatisch ähnlichen Gewässern desselben oder anderer Einzugsgebiete zurückgegriffen werden.
Laufzeit: Beginn: 14.12.2015 / Ende: 15.10.2019
Ausf. Einrichtung: Technische Universität Dresden, Dresden
Themenfelder: Biologische Vielfalt, biological diversity
Förderprogramme: Erhebungen
Schlagworte: Ressourcenschutz, Ressourceneffizienz, resource protection, resource efficiency, Nachhaltigkeit, sustainability, Fischerei, fishery, Genetische Ressourcen, genetic resources, Fische, fish, Aquatische genetische Ressourcen, aquatic genetic resources, Evaluation, evaluation, Limnische Organismen, limnic organisms
Förderkennzeichen: 2815BE004
Dokument zum Download: 15BE004 AbBericht 31Okt2019.pdf (3,2 MB)
Kontakt: Benutzen Sie unser Kontaktformular
oder E-Mail an
projekttraeger-agrarforschung@ble.de

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