Projekte in den Förderprogrammen des BMLEH, betreut durch den Projektträger BLE (PT BLE)
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| Titel: | Charakterisierung funktionaler Merkmale für eine nachhaltige und ökologische Nutzung des Haushuhns |
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| Titel (englisch): | Characterization of functional traits for sustainable and ecological use of the domestic chicken |
| Akronym: | OekoGen |
| Beschreibung (dt.): | Das Projekt ÖkoGen adressiert die Charakterisierung von sechs lokalen Hühnerrassen und deren Kreuzungen mit Wirtschaftslinien der Mast- sowie der Legerichtung, die im assoziierten Projekt 'RegioHuhn' etabliert werden. ÖkoGen zielt auf die Erforschung der Eignung dieser Vielfalt für den ökologischen Landbau ab. Die hier vorgeschlagenen sieben Arbeitspakete stellen eine Erweiterung der Prüfungen dieser Genetiken dar, die nicht unter Bedingungen einer Stationsprüfung und Feldtestung im Projekt RegioHuhn durchgeführt werden können: • Widerstandsfähigkeit gegenüber Endoparasiten, • Immunkompetenz und Virusresistenz, sowie • Knochenstabilität als Garant einer guten Beweglichkeit und Tiergesundheit, • Verhalten als wesentliches Merkmal von Tierwohl, • Qualität und Vermarktung als Basis der Akzeptanz der getesteten Genetiken in der Gesellschaft, der Verbraucherschaft und im Markt, • Entwicklung von Strategien für eine bedarfsgerechte Fütterung von Zweinutzungshühnern • Zuchtplanung zur Entwicklung entsprechender Zuchtprogramme in der Tierzucht, sowie Das Projekt ÖkoGen verbindet die Anforderungen des ökologischen Landbaus an die Tiere mit einem gesamtsystemischen Prüfansatz der im Projekt RegioHuhn etablierten Genetiken. Die Eigenschaften und Bedürfnisse der zu nutzenden Tiere müssen erforscht werden, um den Erfordernissen einer nachhaltigen Geflügelwirtschaft Rechnung zu tragen und die Rassen sowie ihre Kreuzungen im ökologischen Landbau zu implementieren. Um dieses Ziel zu erreichen, widmet sich ÖkoGen genetischen Eigenschaften der Tiere hinsichtlich Tiergesundheit, Tierwohl, Tierernährung, Produktqualität und Verbraucherakzeptanz sowie der Erhaltung und Verbesserung der Genetiken durch Selektion, um sie mit ihren Eigenschaften über Generationen nutzen zu können. |
| Beschreibung (engl.): | The project ÖkoGen addresses the characterisation of six local chicken breeds and their crosses with commercial lines both broiler and layer, which are established in the associated project 'RegioHuhn'. The aim of ÖkoGen is to research the suitability of this diversity for organic farming. The seven work packages proposed here represent an extension of the testing of these genetics, which cannot be carried out under station testing and field testing conditions in the project 'RegioHuhn': - resistance to endoparasites, - immunocompetence and virus resistance, and - bone stability as a guarantee of good mobility and animal health, - behaviour as an essential characteristic of animal welfare, - quality and marketing as the basis for acceptance of the tested genetics in society, the consumer community and the market, - breeding planning for the development of appropriate breeding programmes in animal breeding, and - development of strategies for feeding dual-purpose chickens according to their needs. The ÖkoGen project combines the requirements of organic farming for the animals with an overall systemic testing approach of the genetics established in the 'RegioHuhn' project. The characteristics and needs of the animals to be used must be researched in order to meet the requirements of sustainable poultry management and to implement the breeds and their crosses in organic farming. To achieve this goal, ÖkoGen is dedicated to genetic features of the animals with regard to animal health, animal welfare, animal nutrition, product quality and consumer acceptance, as well as to the conservation and improvement of the genetics through selection in order to be able to use them with their traits for generations. |
| Ergebnis (dt.): | Das Verbundprojekt „ÖkoGen“ widmet sich der nachhaltigen Geflügelhaltung im ökologischen Landbau. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Tierwohl, Tiergesundheit, Ressourceneffizienz und gesellschaftliche Akzeptanz untersucht das Projekt die Eignung und Potenzialelokaler Hühnerrassen sowie deren Kreuzungen mit kommerziellen Linien. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Grundlagen für eine nachhaltige Geflügelproduktion zu schaffen und genetische Ressourcen zu bewerten. Im Rahmen des Projekts wurden drei lokale Hühnerrassen und deren Kreuzungen mit Mast- und Legehybriden umfassend charakterisiert. Die Untersuchungen umfassten zentrale Merkmale wie Tiergesundheit (u.a. Parasitenresistenz, Immunität, Knochenstabilität), Tierwohl und Verhalten (z.B. Auslaufnutzung, Angstverhalten), Tierernährung, Produktqualität (Eier und Fleisch) sowie Verbraucherakzeptanz und Vermarktung. Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung von Zuchtstrategien, die sowohl die genetische Vielfalt erhalten als auch Leistungsmerkmale verbessern. Die Ergebnisse zeigen, dass lokale Rassen und Kreuzungen unter ökologischen Bedingungen eine hohe Resilienz gegenüber Parasiteninfektionen sowie stabile Leistungsparameter aufweisen. Unterschiede bestehen in den Strategien der Tiere: Während einige Genotypen eine hohe Toleranz gegenüber Infektionen zeigen und Leistung trotz Parasitenbelastung aufrechterhalten, reagieren andere mit ausgeprägter Resistenz. Kreuzungen mit kommerziellen Linien profitieren von Heterosis-Effekten, die eine höhere Stabilität bei Leistungsmerkmalen gewährleisten. Die Immunkompetenz variiert bereits direkt nach dem Schlupf zwischen den Rassen und ist sowohl bei der Resilienz gegenüber Influenzainfektionen zu beobachten als auch bei der Art und Dauer der schützenden Immunität nach Impfung. Im Bereich der Knochenstabilität zeigte sich, dass Kreuzungen zwar höhere Legeleistungen erbringen, jedoch auch ein erhöhtes Risiko für Brustbeinfrakturen mit sich bringen. Die Genetik der Mutterlinie spielt eine entscheidende Rolle für die Mastleistung und die Futtereffizienz. Im Bereich Tierwohl zeigten morphologische und Verhaltensuntersuchungen ein insgesamt hohes Niveau, wobei individuelle Unterschiede und Persönlichkeitsmerkmale der Tiere deutlich hervorgingen. Technologische Innovationen wie RFID- und KI-gestützte Systeme ermöglichen eine differenzierte Bewertung von Verhalten und Tierwohl. Sensorische Analysen und Marktstudien ergaben, dass sich lokale Rassen und Kreuzungen hinsichtlich Geschmacks und Produktqualität nur geringfügig von Standardprodukten unterscheiden. Die Vermarktungspotenziale liegen daher weniger im sensorischenBereich als vielmehr in Aspekten wie Biodiversitätserhalt, Regionalität, Tierwohl und Transparenz. Informationsvermittlung und Storytelling sind entscheidend für die Akzeptanz und die Zahlungsbereitschaft der Verbrauchenden. Im Bereich der Tierernährung erwiesen sich die Genetik und die Anpassungsfähigkeit als die wichtigsten Faktoren für Leistung und Effizienz. Beispielsweise kann Luzerne als regionales Futtermittel eingesetzt werden, auch wenn die Anpassungsfähigkeit an verschiedene Fütterungs- und Haltungsbedingungen unter Praxisbedingungen besonders wichtig ist. Das Projekt entwickelte zudem digitale Anwendungen zur Datenerfassung und Zuchtplanung, die insbesondere für lokale Rassen wertvolle Werkzeuge darstellen. Simulationen zeigen, dass gezielte Zucht- und Kreuzungsprogramme mit genomischer Unterstützung zur nachhaltigen Nutzung und Erhaltung genetischer Ressourcen beitragen können. Das Projekt ÖkoGen zeigt, dass lokale Hühnerrassen und deren Kreuzungen bedeutende genetische Ressourcen für den ökologischen Landbau darstellen. Sie ermöglichen leistungsfähige und nachhaltige Produktionssysteme, vorausgesetzt, dass Genetik, Haltung, Fütterung und Vermarktung systematisch und ganzheitlich abgestimmt sind. |
| Ergebnis (engl.): | The “ÖkoGen” collaborative project focuses on sustainable poultry farming within organic agriculture. Against the backdrop of increasing demands for animal welfare, animal health, resource efficiency, and social acceptance, the project investigates the suitability and potential of local chicken breeds and their crossbreeds with commercial lines. The aim is to provide scientifically sound foundations for sustainable poultry production and to evaluate genetic resources. The project comprehensively characterizes three local chicken breeds and their crossbreeds with broiler and layer hybrids. Key areas of investigation include animal health (e.g., parasite resistance, immunity, bone stability), animal welfare and behavior (e.g., range use, fear behavior), nutrition, product quality (e.g., eggs and meat), and consumer acceptance and marketing. Particular attention is given to breeding strategies that maintain genetic diversity while improving performance traits. Results indicate that local breeds and crossbreeds exhibit high resilience against parasite infections and stable performance parameters under organic conditions. Differences exist in the animals’ strategies: while some genotypes show high tolerance to infections and maintain performance despite parasite burdens, others display pronounced resistance. Crossbreeding with commercial lines benefits from heterosis, ensuring greater stability of performance traits. Immune competence varies among breeds immediately after hatching and is evident both in terms of resistance to influenza infections and in the nature and duration of protective immunity following vaccination. Regarding bone stability, crossbreeds exhibit higher laying performance but also a higher risk of keel bone fractures. The genetics of the maternal line are crucial for fattening performance and feed efficiency. In terms of animal welfare, morphological and behavioral assessments revealed an overall high level, with notable individual differences and personality traits among the animals. Technological innovations such as RFID and AI-based systems enable differentiated assessment of behavior and well-being. Sensory analyses and market studies show that local breeds and crossbreeds differ only slightly from standard products in taste and quality. Thus, the marketing potential lies less in sensory differentiation and more in aspects such as biodiversity conservation, regionality, animal welfare, and transparency. Information dissemination and storytelling are key to consumer acceptance and willingness to pay. In animal nutrition, genetics and adaptability are the most important factors for performance and efficiency. E.g., Alfalfa can be used as a regional feed. The project also developed digital applications for data collection and breeding planning, providing valuable tools especially for local breeds. Simulations demonstrate that targeted breeding and crossbreeding programs with genomic support can contribute to the sustainable use and conservation of genetic resources. The ÖkoGen project demonstrates that local chicken breeds and their crosses represent significant genetic resources for organic farming. They enable high-performing and sustainable production systems, provided that genetics, husbandry, feeding, and marketing are systematically and holistically coordinated. The integration of digital and genomic tools opens up additional potential for the future of organic poultry farming. Overall, the project delivers practice-oriented recommendations for organic poultry systems, aiming to balance performance, animal welfare, genetic diversity, and ecological sustainability. |
| Laufzeit: | Beginn: 01.10.2022 / Ende: 31.03.2026 |
| Ausf. Einrichtung: | Friedrich-Loeffler-Institut Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit - Institut für Nutztiergenetik, Neustadt am Rübenberge |
| Themenfelder: | Tierschutz, Tierwohl, animal welfare |
| Förderprogramme: | Bundesprogramm ökologischer Landbau |
| Schlagworte: | Ökologischer Landbau, organic farming, Tiergesundheit, animal health, Genetische Ressourcen, genetic resources, Regionale Wertschöpfung, regional value addition, Geflügel, poultry, Tiergenetische Ressourcen, animal genetic resources, Resistenz, resistance, Klimaanpassung, climate change adaptation |
| Internetadresse: | https://orgprints.org/id/eprint/57587/ |
| Förderkennzeichen: | 2819OE164 |
| Dokument zum Download: | Abschlussbericht.pdf (10,7 MB) |
Kontakt: |
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